«Auf Gemeinsamkeiten konzentrieren und nicht die Unterschiede betonen!»
Admir Mehmedi, Sohn eines albanischen Arbeitsmigranten, ist in Mazedonien geboren, hat einen Teil seiner Kindheit und Jugend im Tessin und Zürich verbracht und spielt heute als Stürmer in der schweizerischen Fussball-Nationalmannschaft.
Osman Osmani: Wem hast Du für Deinen bisherigen Erfolg zu danken?
Admir Mehmedi: An erster Stelle meinem Vater, meiner Familie und der Schweiz! Das Leben meines Vaters und mein Leben sind sehr verschieden. Wenn ich daran denke, was er seinerzeit alles erlebt hat, lebe ich heute mit meinen Möglichkeiten sehr privilegiert. Dafür danke ich eben meiner Familie und der Schweiz.
Osmani: Wie hast Du diesen Erfolg erzielt und was hast Du noch vor?
Mehmedi: Meine Motivation war gross und dementsprechend habe ich auch viel investiert. Im musste auf vieles verzichten. Am Schluss wurde ich belohnt. Als junger Schweizer Fussballer möchte man nicht nur in der Schweiz Erfolg haben, sondern auch im Ausland.
Osmani: Wie hast Du die Schweiz erlebt?
Mehmedi: Die Schweiz bietet viele Möglichkeiten, in vielen Lebensbereichen kannst du hier etwas erreichen!
Osmani: Was empfiehlst Du deinen Gleichaltrigen?
Mehmedi: Die jungen Leute, ich meine jene die zwischen 15 und 20 Jahre alt sind, sollen Gas geben. Es ist ein Alter, in welchem es sich lohnt, viel zu investieren. Wenn du noch jung bist, kannst du eine solide Grundlage für dein zukünftiges Leben aufbauen.
Osmani: Was stört Dich am meisten am öffentlichen Diskurs in der Schweiz?
Mehmedi: Wenn ich die Schlagzeilen der Medien aufgrund von Schlägereien, Rasereien, Totschlag und andere Unrechtmässigkeiten lese […], dann stelle ich fest, dass die Herkunft der Personen stark betont wird. Bei erfolgreichen Menschen mit Migrationshintergrund wird die Herkunft weniger thematisiert.
Osmani: Und was wäre Deine Botschaft diesbezüglich?!
Mehmedi: Wir alle müssen auf unsere vorhandenen Gemeinsamkeiten achten und uns auf diese konzentrieren. Nicht ständig die Unterschiede betonen und uns darüber aufregen.
Admir Mehmedi, Schweizer Nationalfussballspieler, ist als Sohn einer albanischen Familie am 16. März 1991 in Gostivar (Mazedonien) zur Welt gekommen.
Admirs Umgangssprache ist Schweizerdeutsch. Nebst der Muttersprache Albanisch spricht er auch Italienisch, Französisch und Englisch.
Sein Vater, ein albanischer Arbeitsmigrant aus Mazedonien - ehemaliger Direktor eines bekannten Holzverarbeitungsunternehmens in Mazedonien -, lebt und arbeitet seit 1986 in der Schweiz, anfänglich als Hilfsarbeiter im Kanton Tessin und später als Pizzaiolo in der Region Zürich. Im Jahr 1993 zog Admir mit seiner Mutter und seinen Geschwistern aus seinem alba- nischen Geburtsort zu seinem Vater ins Tessin. Seine Mutter arbeitet heute als Hilfsköchin und ist in der Reinigungsbranche tätig. Sein Bruder arbeitet nach erfolgreichem Lehrabschluss als Lagerist.
Nachdem er sieben Jahre im Tessin lebte, wo er in der Jugendabteilung des AC Bellinzone spielte, wechselte er zum FC Winterthur. Im Jahr 2006 wechselte Admir schliesslich in die Nachwuchsabteilung des FC Zürichs.
Nach zahlreichen Einsätzen in der Schweizer U-17 bzw. U-21 National-mannschaft wurde er im Mai 2011 erstmals für die A-Nationalmannschaft aufgeboten. Im Juni – im EM-Qualifikationsspiel gegen England (2:2) gab Admir sein Debut in der Schweizer Nationalmannschaft.
Mit der Schweizer U-21-Fussball-Nationalmannschaft konnte er sich im Jahr zuvor für die U-21 Europameisterschaften 2011 qualifizieren. Im Mai 2011 wurde er vom U-21-Nationaltrainer Pierluigi Tami für das vorläufige Kader nominiert und schliesslich schaffte er es in das offizielle Kader. Admir Mehmedi kam in zwei Gruppenspielen zum Einsatz. Gegen Weissrussland erzielte er zwei Treffer. Im Halbfinal gegen Tschechien schoss Admir in der 114. Minute den 1:0-Siegtreffer, womit die Schweiz im Final stand.

